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Herz-Jesu-Fest

Pater Norbert Wientzek

Das Herz-Jesu-Fest ist das letzte Herrenfest im Kirchenjahr, das vom Datum des Osterfestes abhängig ist: Es wird am dritten Freitag nach Pfingsten begangen. Es ist ein Hochfest, dessen Wurzeln natürlich schon im Evangelium zu finden sind, festgelegt wurde es aber erst in der Neuzeit.

Die Anfänge liegen in der Passionsfrömmigkeit des Hochmittelalters, und viel hat dazu die klösterliche Frauenmystik und Theologie beigetragen. Besonders sind hier die Namen Mechthild von Magdeburg, Mechthild von Hackeborn und Gertrud von Helfta zu nennen. Auf der scholastisch-theologischen Ebene haben zur Herz-Jesu-Verehrung die Heiligen Bonaventura, Albertus Magnus und Thomas von Aquin beigetragen.

Die entscheidende Rolle für die Entstehung des Festes spielt allerdings jene Herz-Jesu-Verehrung, die im 16. Jahrhundert von den Jesuiten verbreitet und besonders von den französischen Oratorianern gepflegt wurde. Es kam der Wunsch auf, ein eigenes Fest zu haben, das als Gegengewicht zu den rigoristischen Jansenisten, die eine strenge Prädestinationslehre verkündeten, sein sollte. Dieser Lehre nach gibt es eine absolute Vorherbestimmung des ewigen Schicksals eines Menschen durch Gott. Im 17. Jahrhundert sind viele Christen dieser Irrlehre verfallen, und die Herz-Jesu-Verehrung sollte als Gegensatz dazu den allgemeinen Heilswillen Gottes herausstellen, den man besonders durch die Verehrung des aus Liebe zu allen Menschen geöffneten Herzens Jesu ins Bewusstsein rücken wollte. Verdient gemacht haben sich sind hierfür auch der Priester Johannes (Jean) Eudes und die französische Mystikerin Margaretha Maria Alacoque (+1690, Gedenktag am 16.Oktober): In einer Vision zeigt Jesus der Mystikerin sein aus Liebe verwundetes Herz und weist die Menschen auf seine von ihnen verschmähte Liebe hin.

Im Jahre 1675 kam es am Freitag nach dem ehemaligen Oktavtag von Fronleichnam zum ersten Herz-Jesu-Fest, zunächst in verschiedenen Bistümern Frankreichs, Italiens und Deutschlands. Im Jahr 1856 führte Papst Pius IX. das Fest für die ganze Kirche ein, nachdem Papst Clemens XIII. es den polnische Bischöfen und der römischen Erzbruderschaft vom Herzen Jesu bereits 1765 als Partikularfest gestattet hatte.

Den Inhalt des Festes erkennen wir besonders gut im Text des dazugehörigen Tagesgebetes: „Allmächtiger Gott, wir verehren das Herz deines geliebten Sohnes und preisen die großen Taten seiner Liebe. Gib, dass wir aus dieser Quelle göttlichen Erbarmens die Fülle der Gnade und des Lebens empfangen.“

Eine gesegnete Woche und ein gesegnetes Herz-Jesu-Fest wünscht Ihnen
P. Norbert Wientzek SVD

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